Die ersten Rennen in der REC - ein Drama in 3 Akten

Die ersten 4 Rennen der REC (Racersleague Endurance Championship) sind gefahren, davon 3 mit Green Flashes Beteiligung, welches dieses Jahr als Satellitenteam von Team Kappeler Simracing in dieser Serie an den Start geht.

Ein guter Zeitpunkt Bilanz zu ziehen:

2.Rennen der Saison - 21.11.2013 - Road Atlanta:

Nachdem das Team aufgrund von Personalmangel nicht in Sebring an Start ging, griff auch das Team um Markus Frühauf, Lars Nowack und Steve Grumpelt  am 21.11.2013 in Road Atlanta ins Geschehen ein. Ein 3-Stunden-Rennen stand am Programm auf dem bekannten Kurs im US-Bundesstaat Georgia, wo man von Anfang an wusste, dass aufgrund der zum Teilen sehr schnellen Kurvenpassagen und geringen Streckenbreite die Überrundungsmanöver mehr als haarig werden würden.
Für dieses Rennen gingen Lars und Markus an den Start. Von Anfang an fand man eine gute Basis beim Setupbau. Lars half mit seiner Erfahrung noch ein paar Verbesserungen zu finden. Zum Renntag war man zuversichtlich, dass man in die Punkteränge fahren kann.
In der Qualifikation fuhr Markus den 10.Platz heraus. Eine Punktlandung, war das auch sein Ziel in die Top10 am Start zu kommen.  Unser Kooperationsteam war mit Felix Heinen und Carsten Schulze am Start und erreichte Rang 7.
Im Rennen selbst konnte man zunächst durch eine fehlerlose Fahrt von den Problemen der anderen profitieren und bis auf Rang 6 fahren. Doch durch eine Kollision mit dem LMP2 von eRacing Propulsion nach knapp einer Stunde wurde der Wagen schwer beschädigt. Mit diesem Zwischenfall begann das Leiden für unser Team bei diesem Rennen. Nachdem dem Reparaturstopp übernahm Lars das Steuer auf Rang 13. Lars machte in seinem ersten Renneinsatz als Green-Flashes-Pilot eine gute Figur und brachte mit seiner fehlerlosen Fahrt ohne Zwischenfälle wieder in die Punkteränge auf Platz 8. Doch auch er wurde vom Pech verfolgt und wurde an der gleichen Stelle wie zuvor Markus von einem LMP1 abgeschossen. Paradoxerweise vom Team eRacing Propulsion, dem Schwesterteam des LMP2, der Markus aufs Korn nahm. Wieder folgte ein längerer Stopp und Markus war ein der Reiher, wieder das Steuer zu übernehmen. Doch schon nach kurzer Zeit flog Markus aufgrund von Eigenverschulden ab und beschädige den Wagen wieder so sehr, dass er wieder an die Box musste. Auch Lars, der wieder übernommen hatte, hatte seine Probleme mit dem schon arg ramponierten Fahrzeug und beschädigte es noch einmal. Die letzten 20 Minuten sollte Markus fahren. Dieser hatte schwere Probleme, den Wagen überhaupt auf der Straße zu halten. Die Bremsen funktionierten kaum, die Kurvengeschwindigkeiten auf der Aerodynamik sehr gering. Man war praktisch ein fahrendes Hindernis. 2 Runden vor Schluss verlor der Österreicher seinen Wagen in der Schikane und landete auf der Ideallinie. Die verzweifelten Versuche, davon wegzukommen führten zu einem Massencrash, der auch die Entscheidung über den Sieg in der LMP2 Klasse brachte. Mit letzter Kraft kroch der Wagen ins Ziel. Man war zwar Letzter in der Klasse, doch Platz 8 brachte noch ein paar Punkte und das Ziel war erreicht. Was nicht erreicht wurde, war den Wagen sicher über die Ziellinie zu bringen. Die sichtlich geknickten Fahrer waren mehr als nur enttäuscht, vor allem in Anbetracht des guten ersten Drittels im Rennen. Vor allem Markus war enttäuscht von seiner Leistung, insbesondere durch die von ihm verursachte Entscheidung in der LMP2-Klasse, der den führenden LMP2 von OSR den Sieg noch im letzten Moment entriss. Nach einer längeren Aussprache und Begründung, dass der Wagen kaum fahrbar war, wurde zur Freude des Teams auf einen Protest von Seiten OSR's verzichtet. Dankbar und erleichtert darüber brachte man den Wagen in die Werkstatt um ihn für Brasilien vorzubereiten und auf Vordermann zu bringen.

3.Rennen der Saison - 19.12.2013 - Interlagos:

Kurz vor Weihnachten gab man noch einmal Gas. Der BMW war wieder bereit und die Fahrer erst recht. Steve Grumpelt und Markus Frühauf hatten die Aufgabe, für uns das 3-Stunden-Rennen am Autodromo Carlos Pace zu bewältigen. Die Vorbereitung stellte sich als recht schwierig heraus, denn obwohl man von Anfang an recht schnell war, konnte man trotz vieler Versuche keine wirkliche Zeitenverbesserung herausarbeiten. Trotzdem hoffte man wieder auf ein gutes Ergebnis in den Punkterängen.
In der Quali war wieder Markus am Start und stellte den Wagen auf Startplatz 7. Ein Ergebnis worüber man zufrieden war. Nicht zufrieden war man mit dem Rennen was aus 2 Teilen bestand. Teil 1 dauerte 45 Minuten. Man konnte die Position halten und hatte auch genügend Abstand nach vorn nach hinten,  doch der Teamfunk funktionierte nicht im BMW und somit war eine Kommunikation unmöglich. Eine Katastrophe beim Fahrerwechsel. Doch bevor es dazu überhaupt kommen konnte, kam es zum Rennabbruch. Viele Teams bekamen aufgrund einer falschen Servereinstellung unrechtmäßige Drive-Through-Strafen aufgebrummt. Die Rennleitung entschied sich dann kurzfristig für einen Rennabbruch. Dabei wurde die Renndauer auf 2,5 Stunden verkürzt.
Danach kam es zum Restart. Im Gegensatz zum ersten Start hatte dort Startfahrer Markus Probleme, einen guten Rhythmus zu finden. Dadurch kämpfte er gegen Motsport4All und gegen das GermanRacers Team nun um Platz 8. Über mehrere Runden behielt er die Oberhand, doch schlussendlich musste Markus den Motorsport4All-BMW ziehen lassen und gab auf Platz 9 den Wagen an Steve Grumpelt ab. Steve lief eine tadellose fehlerfreie Leistung ab. Er verlor allerdings durch die Renndauerverkürzung  einen Platz an das GTR4u Team, welche es schafften nur ein einziges Mal in den 2,5 Stunden an die Box zum Tanken und zum Reifen- und Fahrerwechsel zu kommen. in der letzten Runde wurde Steve noch ein Opfer eines LMP2 und zwar dem vom International Racing Team. Dieser schoss ihn am Ende von Start und Ziel beim Anbremsen am Senna-S ab, was zu einem massiven Schaden an der Front führte. Zum Handkuss dabei kam auch der Netrace-LMP2, welcher keine Möglichkeit hatte zum Ausweichen und den Green-Flashes BMW krachte. Mit Müh und Not konnten sich beide Fahrzeuge noch ins Ziel retten. An der Platzierung  änderte sich nichts mehr. Wieder wurden Punkte mit Platz 10 erreicht, doch die Umstände machten dieses Rennen wieder zu einer bitteren Erfahrung für das Team.

4.Rennen der Saison - 25.01.2014 - Bahrain:
Alle guten Dinge sind 3. Zumindest hoffte man das bei den Green Flashes, als man in Bahrain eintraf. Nach den Problemen von Road Atlanta und Interlagos hoffte man endlich ohne größere Probleme ins Ziel zu kommen. Markus Frühauf und Lars Nowack sollten es wie in Road Altanta richten.
Die Trainings liefen sehr vielversprechend, vor allem Markus kam mit der Strecke sehr gut zurecht. Trotz der Tatsache, dass er den Kurs eigentlich aufgrund seines Layouts nicht leiden konnte. Doch dies ließ in nicht nehmen, pro Runde 3/10 schneller als Lars zu sein.
Nach langer Diskussion legte man sich auch auf eine Strategie für das 8-Stunden-Rennen fest. Es sollte die ganze Zeit möglichst viel Sprit gespart und so gut es geht keine Reifenwechsel durchgeführt werden. Man hoffte so von hinten hinaus durch geringere Standzeiten die anderen Teams zu überholen.
In der Qualifikation ging Markus wieder an den Start. Und diesmal zeigt er sein ganzes Können. Als Bester der "Privatteams" holte er sich den 6.Rang in der Klasse. Eine tolle Leistung, stand der Green-Flashes-BMW nun in einer Reihe mit dem BMW von NoLimit, welcher derzeit die Meisterschaft anführte.
Überrascht über diese Leistung hoffte man entsprechend auch die Rennpace so hoch halten zu können. Nach der 1. Stunde war man im Team zufrieden. Man hatte zwar heftige Positionskämpfe ausfechten müssen und fiel dabei auch auf Platz 8 zurück, doch mit geringen Motormapping und harten Reifen konnte man trotzdem halbwegs den Rückstand in Grenzen halten.
Doch dann begann wieder das Leiden der grünen Truppe. Lars musste aufgrund einer Kollision mit einem LMP frühzeitig an die Box. Markus übernahm wieder das Steuer. In den folgenden knapp 1 1/2 Stunden hatte Markus schwerste Probleme mit dem Wagen. Ein Problem mit der Bremsbalance sowie mit seiner Hardwaretechnik sorgte dafür, dass er um 2 Sekunden langsamer war als sonst üblich. Hinzu kam noch eine Kollision mit dem Motorsport4All-BMW, der die Front wieder so stark beschädigte, dass ein Boxenstopp nötig war. Wieder nahm Lars das Lenkrad in die Hand, doch nach kurzer Zeit dreht er sich in die Mauer und wieder musste man der Box einen Besuch abstatten. Als Markus dann wieder übernahm war man mit Platz 12 außerhalb der Punkteränge und es waren noch 3 1/2 Stunden zu fahren. Markus hatte seine Probleme weitgehend gelöst und fuhr konstant schnelle Runden. Nachdem das Independence SimRacing Team kurz bevor man es überholen konnte ausschied, sollte dann das SevenT-Two Team als nächste überholt werden. Knapp 2 Stunden vor dem Ende des Rennens und nur mehr 20 Sekunden hinter dem 10. Platz kam es zum Drama. Markus wurde am Ende des 2.Sektors vom LMP1 des No-Limit-Teams von hinten touchiert. Dabei wurde der linke Hinterreifen aufgeschlitzt. Doch Markus schaffte es nicht mehr in die Box, denn aufgrund des Schadens flog er in ein Kiesbett und kam kaum aus diesem herraus. Als er es dann doch schaffte, war der Motor so stark überhitzt, dass er seinen Geist aufgab und somit das Team endgültig die Segel streichen musste.
Die schon nicht gerade gute Stimmung in der Box erreicht den absoluten Nullpunkt. Nicht einmal eine Schadensbegrenzung konnte man erreichen. Stattdessen hörte man einen nur mehr als nur fluchenden Fahrer am Teamfunk, der mehr als nur enttäuscht aus den Wagen stieg und sich dann im Motorhome verkroch. Wieder einmal waren die Vorzeichen so gut, doch am Ende kam man wieder unschuldig zum Handkuss und erreicht diesmal nicht das Ziel.
Nach insgesamt 4 Rennen schaut es entsprechend düster in der Meisterschaftswertung aus. Nur Platz 14 und magere 5 Punkte waren die Ausbeute bisher. Kooperationspartner Team Kappeker SimRacing ist derzeit mit Rang 9 und 23 Punkten auf einem akzeptablen Platz, hat aber noch ein bisschen Luft nach oben.
Nun steht am 20.02.2014 das 3-Stunden-Rennen in Mosport auf dem Programm. Ob die Green Flashes antreten, steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Und selbst wenn nicht, so ist sich die Teamleitung sicher, dass dieses Drama in der REC bald ein Ende finden wird.

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